Suche Frieden

Das Motto des Katholikentages in Münster als Thema des Religionsunterrichts in der 9. Klasse des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums

„Oh nee, auf einem Katholikentag wird doch sicher nur gebetet“ – die Schülerinnen und Schüler waren sehr skeptisch, als sie in ihrem Religionsunterricht aufgefordert wurden, sich mit dem anstehenden Katholikentag in Münster zu beschäftigen. Doch sie haben sich darauf eingelassen und sich schon Wochen vor dem 101. Katholikentag mit dem Thema ´Suche Frieden` auseinandergesetzt und schnell gemerkt, dass diese Thematik vor allem auch hochpolitisch ist.IMG_0068

Frieden – das ist ein Begriff, der allen etwas sagt, und so sammelten die Schülerinnen und Schüler Begriffe und Haltungen, die das Wort Frieden konkret füllen konnten. Auf ihrer Stellwand erschienen u.a. Begriffe wie Respekt, Vertrauen, Verständnis, Freiheit, Gerechtigkeit, Ökumene, Schutz der Umwelt, Vergebung und Versöhnung.

Die Aufforderung ´Suche Frieden` veranlasste die Schülerinnen und Schüler dann, sich zu fragen, wo überall der Friede denn gesucht werden müsse und auf einer weiteren Stellwand hielten sie Stichworte wie Gewalt und Hass, Terror-Anschläge und weltweite Konflikte, z.B. in Syrien und im Nahen Osten, fest.

Wo aber gibt es Worte zum Frieden, wo wird der Weg zum Frieden thematisiert, wo kann ich den Frieden suchen? U.a. wurden die Schülerinnen und Schüler in der Bibel fündig und schauten sich z.B. die Goldene Regel genauer an – alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen – , ebenso den Psalm 34, aus dem das Motto des Katholikentages stammt – meide das Böse, tue das Gute, suche Frieden und jage ihm nach – oder auch die zahlreichen Friedensworte Jesu – der Friede sei mit dir.

Eine weitere Unterrichtseinheit beschäftigte sich mit gewaltfreier und einfühlsamer Kommunikation, der sog. Giraffensprache. Weil die Giraffe das Landtier mit dem größten Herzen ist, wurde sie zur Vertreterin der friedvollen Kommunikation, die wertschätzt und bittet, anstatt zu bewerten und zu fordern. Den Schülerinnen und Schüler wurde bewusst, wie sehr auch ihre Kommunikation untereinander oft Vorwürfe oder Anschuldigungen formuliert, also Unfrieden stiftet, statt zunächst einmal hinzusehen und die Gefühle auf beiden Seiten wahrzunehmen.

Abschließend hat sich die Klasse mit dem ´Münsteraner Manifest des Zentralkomitees der Katholiken` vom 8. Mai 2018 beschäftigt, ein Text, in dem sie vieles von dem wiederfinden konnten, das sie im Unterricht thematisiert hatten: So wird auch im Münsteraner Manifest betont, dass Respekt, Vertrauen, Gerechtigkeit und internationale Verantwortung für Mensch und Schöpfung auf dem Weg zum Frieden unverzichtbar sind.

Nachdem einige Schülerinnen und Schüler die Atmosphäre des Katholikentages in Münster geschnuppert und die lebendige Vielfalt erlebt haben, wären sie für eine Umbenennung solcher Tage, denn der Name ´Katholikentag` kann wenigstens junge Leute leicht in die Irre führen …

 

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