Abiturientin in Uganda

Konzertankündigung:

Das AWG lädt herzlich zum letzten Benefizkonzert „AWG in concert“ am 16.6. im Sophiensaal ein. Weitere Informationen findet ihr hier:

EINLADUNG

Eintritt ist frei! Wir freuen uns sehr über großzügige Spenden

für die seit 30 Jahren vom AWG unterstützte Uganda-Hilfe St. Mauritz!

Das musikalische Programm bleibt eine Überraschung 😉

Abiturientin des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums lebt und unterrichtet ein halbes Jahr in Uganda

 Uganda-Hilfe St. Mauritz ermöglicht mehrmonatigen Auslandseinsatz

Schon seit der 8. Klasse kennt Nicola Tomlin das Projekt St. Mauritz Obiya Palaro im Norden Ugandas, denn ihre Schule, das Augustin-Wibbelt-Gymnasium in Warendorf, pflegt seit mehr als 20 Jahren intensive Beziehungen dorthin. Durch Informationsveranstaltungen und Besuche aus Uganda wusste Nicola eigentlich ganz gut, auf was sie sich da einlassen würde, zudem auch ihre Klassenlehrerin mehrmals in Uganda war und viel erzählt hat. Und doch – die Monate vor Ort waren ein ganz großes Abenteuer, so erzählt Nicola nach ihrer Rückkehr aus dem ostafrikanischen Land.

Ihr erster Eindruck: Dieses Land ist heiß, staubig und chaotisch – doch die Herzlichkeit von Father Cyprian, dem Gemeindepfarrer in St. Mauritz Obiya Palaro, und von allen anderen Menschen dort, half ihr, sich schnell herzlich willkommen fühlen. Ein weiteres machte ihr das Ankommen leicht, und zwar das Essen, besonders die Früchte: Ananas, Melonen und besonders die Bananen, aber auch das Gemüse, das direkt vor der Tür angebaut wird – alles schmeckt intensiver und definitiv besser, als wenn es erst um die halbe Welt gebracht worden ist.

Nicola betont, dass die Ugander sehr hilfsbereit sind, sie teilen gern und orientieren sich an der Gemeinschaft. Das ist ihre Erfahrung in St. Mauritz Obiya Palaro und in anderen Dörfern, in der Hauptstadt Kampala sieht das Leben völlig anders aus. Diese Stadt ist voller Menschen, voller Verkehr, voller Armut einerseits und voller Reichtum andererseits – Nicola nennt Kampala „crazy“ und war immer wieder froh, wieder nach Gulu zurück zu kommen, nach Hause.

Nicola hatte sich in Deutschland überlegt, im Projekt in der Schule mitzuarbeiten, sie hat allerdings nicht erwartet, dass sie als verantwortliche Lehrerin unterrichten durfte – aber die Direktorin der Schule war glücklich, Hilfe zu haben und so sollte Nicola etwa 65 Schülerinnen und Schüler zwischen 13-15 Jahren unterrichten. Eine große Herausforderung für die Abiturientin, u.a. weil viele Kinder, die neugierig waren, einmal von einer Muzungu, einer Weißen, unterrichtet zu werden, sich ebenfalls in ihren Klassenraum quetschten. Nicola berichtet, dass zwar alle Schülerinnen und Schüler sehr neugierig und bemüht waren, aber leider ihren britischen Akzent (Nicolas Vater ist Engländer) meist nicht verstanden. Dass das Unterrichten in Uganda mehr einer Vorlesung gleicht und weniger einem Gespräch mit den Schüler wie in Deutschland, machte es für beide Seiten nicht einfacher. Darüber hinaus musste Nicola feststellen, dass viele ihrer Schützlinge weder Stift noch Papier dabei hatten. Also griff Nicola zur Gitarre und sang mit den Kindern und gewann über die Musik ihr Vertrauen. Was bis zum Schluss problematisch blieb, war die Struktur der Schule an sich. Eine auch nur annähernd deutsche Organisation und Struktur zu erwarten, erwies sich als utopisch und irgendwie dauert alles einfach viel länger.

Ein Highlight ihrer Zeit mit den Schulkindern war der Ausflug in den Murchison-National-Park. Die Kinder und Jugendlichen haben zwar von Elefanten, Giraffen und Nilpferden in ihrer Heimat gehört, aber noch nie welche gesehen. Die Aufregung und Begeisterung waren riesengroß, jeder wollte mit Nicolas Handy ein Foto und auf dem Rückweg im Bus sangen sie die ganze Zeit die Lieder, die Nicola ihnen beigebracht hatte.

Trotz mancher Herausforderungen und Schwierigkeiten, die ihre Begegnung mit der Kultur Ugandas mit sich brachte, ist Nicola dankbar und glücklich über ihre Erfahrungen und Begegnungen in Uganda: Fest steht, dass sie auf jeden Fall wiederkommen wird.