Migration gestern und heute

Woher und Wohin? Migration gestern und heute/ Ost-Westbegegnungen in Krieg und Frieden – Auf den Spuren einer Familiengeschichte

Ausstellungseröffnung am 23. Mai 2016  mit Herrn Somplatzki, Herrn Dr. Hyss und Frau Oxfort

(Bildungspartnerschaft des Westpreußischen Landesmuseums in Warendorf mit dem AWG)

Ausstellungseröffnung

Begleitend zur Eröffnung konnte Herbert Somplatzki persönlich über die Geschichte seiner masurischen Familie erzählen. Seiner Lesung und seinen Berichten folgte dann eine Diskussionsrunde mit den Gymnasiasten des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums, die mit ihm über Migration, die Schrecken der NS-Zeit und den Kriegsbeginn in Westpreußen sprachen.

Die Ausstellung „Ost-West-Begegnungen in Krieg und Frieden – Auf den Spuren einer Familiengeschichte“ entstand 2005 als Kooperation des Westpreußischen Landesmuseums mit dem Kulturreferat für Westpreußen und war bereits in vielen Städten in Deutschland und Polen zu sehen.

In der Geschichte der Familie Somplatzki spiegelt sich die deutsch-polnische Geschichte wider. Wilhelm Somplatzki wanderte 1881 aus dem ländlichen Masuren in das Ruhrgebiet aus, um im Bergbau zu arbeiten. Nach den Bergarbeiterstreiks 1889 ging er zurück ins masurische Groß Dankheim. Dort arbeitete er im Frühjahr und Sommer in der Landwirtschaft. Die Wintermonate verbrachte er als Bergmann in den Zechen des Ruhrgebiets. Während des Ersten Weltkriegs musste seine Familie vor den Kampfhandlungen zwischen Deutschen und Russen fliehen.

Nach Kriegsende entschieden sich die Masuren für den Verbleib im Deutschen Reich. Sohn Karl Somplatzki nahm eine Arbeit im masurischen Staatsforst auf. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs musste die Familie mit Enkel Herbert Somplatzki erneut vor dem Krieg aus Masuren in den Westen fliehen. Die Rückkehr ins Heimatdorf zu Beginn des Jahres 1946 war nur von kurzer Dauer: Mitte 1946 wurden die Somplatzkis vertrieben und zogen in das Ruhrgebiet. Im Alter von 14 Jahren wurde Herbert Somplatzki Bergmann in der Zeche Auguste Victoria in Marl. Seit Mitte der 1970er Jahren pflegt Herbert Somplatzki gute Beziehungen zu den Menschen in seinem masurischen Heimatdorf. Die wechselvollen deutsch-polnischen Beziehungen bilden seit Ende der 1980er Jahre den Mittelpunkt seiner literarischen Arbeit. Als Autor (Die masurische Gnadenhochzeit) und Musiker gilt Somplatzki heute als wichtiger kultureller Brückenbauer zwischen Polen und Deutschland.

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