Bildende Künste und Theater live

Bildende Künste und Theater live erleben Ausflug des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums nach Münster

„Die Darstellung von Gott, der so menschenähnlich war, und die Darstellung vom Engel: Man stellt sich den Engel als ein leichtes Wesen vor, aber Barlach hat den Engel so schwer aus Bronze gemacht, eine Gestalt mit Gewicht, das fand ich sehr interessant“. So kommentiert die Schülerin Anna den Besuch der Ausstellung „Interventionen. Ernst Barlach in Münster“, deren wichtigste Sektionen am Freitag, den 9.11. zwei Kunstkurse des Augustin – Wibbelt – Gymnasiums, begleitet von ihrer Lehrerin Frau Gay, erkundeten. Die Schülerinnen und Schüler begannen den Besuch unter fachkundiger Führung in der Dominikanerkirche mit dem Teil „Immanenz“ , setzten sich dann in der Apostelkirche mit dem schwierigeren Teil „Transzendenz“ auseinander und schließlich betrachteten sie in der Johanneskirche den berühmten Engel des „Güströwer Ehrenmals“. Barlach als moderner Gottessucher faszinierte Frau Gay sowie Frau Knippenberg, die als Religionslehrerin mit dabei war. In seinen Lithografien stellt der Künstler Gott als menschliche Gestalt dar; ein schwebender Gottvater und eine Skulptur von Mutter Erde stehen für unterschiedliche Formen mystisch-spiritueller Erfahrungen. Je nach Interessen nahmen die Schüler weitere, unterschiedliche Aspekte der Ausstellung wahr. “Ich fand die Besichtigung sehr gut“, fand die Schülerin Franziska. „Diese hat uns erlaubt, die Technik der Kunstwerke besser zu begreifen”. Ihre Mitschülerin Kareen interessierte dagegen vor allem der Bezug zu den geschichtlichen Themen, den dramatischen Ereignissen des Ersten Weltkrieges sowie die Auseinandersetzung des Künstlers mit seiner Zeit. Seine Kunstwerke galten nämlich im Nationalsozialismus als „entartete Kunst“, da sie angeblich mit der herrschenden Ideologie nicht vereinbar waren. Während sich die Kunstkurse unterwegs in der Stadt mit Ernst Barlach beschäftigten, erlebte der Italienischkurs von Frau Terio in Rahmen des Internationalen Theaterfestivals Halbstark 2012 das Theaterspiel  „Storia di una famiglia“ / Die Geschichte einer Familie. Mit beeindruckender Körperlichkeit und Energie inszenierte die Compagnia Rodisio das Alltagsleben einer kleinen Familie, in der die pflichtbewussten, ehrgeizigen Eltern die Tochter so  erziehen, dass sie immer stark „come un toro“, wie ein Stier, und zweifellos die Beste sein soll – selbst auf Kosten des Familienfriedens. Jeder funktioniert so gut wie es geht, redet mit den anderen nicht mehr. Sprachlich gesehen, war der Besuch eine Herausforderung; schnell und laut gesprochene Dialoge und eine hektische Darstellungsweise konnten die Schüler nicht durchgehend verfolgen, sodass ihre Meinungen über das Theaterstück recht weit auseinander gingen. „Es hat mir gar nicht gefallen: zu übertrieben!“, meinte Lisa. „Abgesehen von einigen, schwierigen Stellen, fand ich nur Gutes dabei“, erklärt Pia. Also, Frau Terio ist zufrieden: es gibt Stoff für Diskussion – in der Originalsprache!

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