Stammzellspende

Markus Artmeier von der DKMS, Petra Behrens, Dr. Reiermann von der Uni-Klinik Münster, Sabine Schmitz-Hövener, Martin Schulte, stellv. Schulleiter

Nur wer gut informiert ist, kann sich verantwortlich entscheiden

Informationsveranstaltung zu Organ- und Stammzellspende am Augustin-Wibbelt-Gymnasium – Möglichkeit zur Typisierung am 5. Februar 2013 im AWG

Alle 45 Minuten erhält in Deutschland ein Patient die Diagnose „Leukämie“; unter den Betroffenen sind zahlreiche Kinder und Jugendliche. Vielen von ihnen kann nur durch eine Stammzelltransplantation das Leben gerettet werden – vorausgesetzt man findet den passenden Spender, doch jeder fünfte Patient findet keinen „genetischen Zwilling“.

Auch Charlotte, die kleine Tochter von Frau Behrens, Lehrerin am AWG, erkrankte mit 15 Monaten an Leukämie. Plötzlich war alles anders. Statt wie geplant in den Urlaub zu fahren, ging es nach Münster in die Uni-Klinik und Charlotte musste sich monatelang einer Chemotherapie unterziehen. Gott sei Dank  geht es ihr nach dieser sehr schweren Zeit mittlerweile wieder gut, aber falls die Krankheit erneut ausbricht, wird sie unbedingt eine Stammzellspende brauchen, um eine zweite Lebenschance zu erhalten.

Eindrucksvoll und sehr offen erzählte Frau Behrens am letzten Mittwoch im Rahmen der Informationsveranstaltung zu Organ-und Stammzellspende am AWG von ihrer kleinen, mittlerweile 5 Jahre alten Tochter – und die über 200 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums hörten aufmerksam zu.

Auch Markus Artmeier von der DKMS konnte die Schülerinnen und Schüler sehr authentisch über die Arbeit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei informieren: Er hatte sich als Jugendlicher typisieren lassen und vor einigen Jahren dann tatsächlich die Nachricht bekommen, dass seine Stammzellen genau zu denen eines erkrankten Menschen passten. Ohne zu zögern unterzog er sich der Stammzellspende und wurde so zum Lebensretter einer Patientin in England.

Dieses Ereignis hat ihn so beeindruckt, dass er sich seitdem ehrenamtlich für die Arbeit der DKMS einsetzt und das mit voller Überzeugung. Er wird am Dienstag, den 5. Februar, morgens ab 9.45 Uhr im Augustin-Wibbelt-Gymnasium sein, um volljährige Schülerinnen und Schüler, die das wollen, zu registrieren und die Typisierung vorzunehmen. Das geschieht mit einem Wattestäbchen per Wangenschleimhautabstrich, nachdem die Schülerinnen und Schüler eine Einverständniserklärung ausgefüllt haben. Interessierte Eltern oder Geschwister sind herzlich eingeladen, mit in die Schule zu kommen und sich an dieser Typisierungsaktion zu beteiligen.

Spenden werden gerne entgegengenommen, denn die aufwendige Untersuchung der Gewebemerkmale mit anschließender Typisierung im Labor kostet immerhin 50 Euro. Die Schülerinnen und Schüler sind eingeladen, sich finanziell so gut es geht an der Registrierung zu beteiligen, aber kein Schüler, keine Schülerin wird am 5. Februar abgewiesen, egal, wie viel er oder sie finanziell beitragen kann. Das AWG freut sich in diesem Zusammenhang über jede Spende und falls Sie helfen wollen, hier sind die notwendigen Angaben:

DKMS Spendenkonto / Kreissparkasse Tübingen / Kto. Nr. 2333737 / BLZ 641 500 20 / Stichwort: NRW 124 (bitte unbedingt angeben, denn anhand des eingefügten Stichwortes kann Ihre Spende der Registrierungsaktion am AWG zugeordnet werden).

Übrigens beinhaltet die Typisierung und bloße Registrierung in der DKMS nicht die bindende Verpflichtung zu einer tatsächlichen Stammzellspende; man kann sich weiterhin frei entscheiden.

Frau Dr. Reiermann informiert über die Organspende und Transplantationsmedizin

Den Anfang der Info-Veranstaltung am Mittwoch machte Frau Dr. Reiermann von der Uni-Klinik Münster, die mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation über Organspende und Transplantationsmedizin informierte und sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler stellte. Sie ging auf medizinische und ethische Sachverhalte ein, konnte praktische Fragen zum Ablauf einer Organspende klären und äußerte sich auch zu den Skandalen an einigen deutschen Kliniken im Bereich der Organvergabe. Natürlich warb auch sie gerade angesichts der rückläufigen Zahlen für die Bereitschaft zur Organspende.

Das Augustin-Wibbelt-Gymnasium informiert die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 nun schon seit fünf Jahren regelmäßig über Organspende und Transplantationsmedizin, seit zwei Jahren auch über die Stammzellspende. Seit Anfang dieses Jahres ist jeder gesetzlich aufgerufen, sich zu entscheiden, ob und welche er Organe spenden möchte. Die Schule leistet hier einen wichtigen Beitrag zur Entscheidungsfähigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler: nur wer gut informiert ist, kann sich verantwortlich entscheiden.

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