Podiumsdiskussion Kommunalwahl

Artikel Westfälische Nachrichten Online vom 09.05.2014:

Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl Lokalpolitik hautnah erlebt

Was kann die Politik für die Schüler des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums tun? Den Fragen der Erstwähler stellten sich die Fraktionsvorsitzenden bei einer Podiumsdiskussion.

Was kann die Politik für die Schüler des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums tun? Den Fragen der Erstwähler stellten sich die Fraktionsvorsitzenden bei einer Podiumsdiskussion. Foto: Stork

Warendorf – „Warum sollten wir gerade Sie wählen?“, fragt Katrin Schulze Zurmussen die Fraktionsvorsitzenden der fünf großen Parteien Warendorfs. Viele Schüler dürfen am 25. Mai das erste Mal ihre Stimme bei der Kommunalwahl abgeben. Doch bei den umfangreichen Wahlprogrammen der Parteien verliert so mancher schnell der Überblick. Das Augustin-Wibbelt-Gymnasium lud die Fraktionsvorsitzenden der Parteien zu einer Podiumsdiskussion in die Von-Ketteler-Schule ein.

Von Vanessa Stork

Jeder Politiker hatte zu Beginn vier Minuten Zeit, sich selbst, seine Partei und dessen Wahlprogramm vorzustellen. Anschließend hatten die Schüler die Möglichkeit, ihnen Fragen zu stellen.

„Warum werden so wenig Gelder in unsere Schulausstattung wie neue Tische, investiert?“, ist eine Frage, die für die Erstwähler besonders von Bedeutung ist. „Es ist schwierig den Jüngeren und Älteren gleichzeitig gerecht zu werden“, sagt Doris Kaiser, stellvertretende Bürgermeisterin (CDU), „aber wir sind auf dem richtigen Weg, die Schulen besser auszustatten“.

Daniel Kebschull, Fraktionsvorsitzender der Grünen, und Andrea Kleene-Erke, Fraktionsvorsitzende der SPD, sind sich einig, dass es wichtig sei, die Schulen zukunftsfähig aufzustellen.

„Und wo sehen sie unsere Schule in fünf Jahren?“, fragt eine Schülerin die Lokal-Politiker. Beate Janinhoff, FDP-Fraktionsvorsitzende, sieht die Zukunft des Aufbaugymnasiums durch die Einführung der Gesamtschule gefährdet. Kleene-Erke betont hingegen, dass das Gymnasium fest zu der breit aufgestellten Schullandschaft zähle. Zudem würden die Schüler nicht nur aus Warendorf, sondern aus der ganzen Umgebung kommen, so dass der Erhalt der Schule gesichert sei.

„Ich stehe zum AWG“, sagt Kaiser, „und ich hoffe, dass der Bestand der Schule nicht gefährdet ist.“ Die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende versichert den Schülern ihre Unterstützung beim Erhalt des Gymnasiums.

Abschließend haben die Lokal-Politiker eine Minute Zeit, noch einmal für ihre Partei zu werben und die Erstwähler von sich zu überzeugen.

„Ich habe durch die Podiumsdiskussion einen besseren Überblick bekommen“, sagt Jungwählerin Annika Kattenbaum. „Vorher waren mir die Ziele der Parteien noch nicht ganz klar.“

Was klar wird: Zwar versprechen die Parteien den Jugendlichen, mit ihnen zusammen ein zukunftsfähiges Programm zu entwickeln. Fakten wie den demografischen Wandel oder die Schuldenlast können sie jedoch nicht ignorieren.

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergemeinschaft, Andre Wenning, legt den Schülern nahe, mit ihren Wünschen offen auf die Parteien zuzugehen, denn nur so könne die Politik auch handeln: „Wir haben euch und eure Eltern im Blick und möchten, dass ihr in Warendorf gut und schön leben könnt“.

Kebschull bittet die Erstwähler, an der Kommunalwahl teilzunehmen und ihre Stimme abzugeben: „Wer nicht wählen geht, unterstützt Parteien, die man noch weniger haben möchte“. Doris Kaiser möchte in Zukunft zusammen mit den anderen Fraktionsvorsitzenden erneut das Gymnasium besuchen, um den Jugendlichen die Politik noch näher bringen zu können.

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