Deutsch

Woran denken Sie, wenn Sie an Deutschunterricht denken?

An trockene Diktate, Rechtschreib- und Grammatikübungen?

An öde Romane und Lehrervorträge ?

Insgesamt also an verschwendete Lebenszeit?

Beide Varianten sind nicht das, was wir unter gutem Deutschunterricht verstehen, obwohl  Rechtschreibung, Grammatik und Romane natürlich auch auf unserem Lehrplan stehen. Aber diese Inhalte sind nicht Selbstzweck, sondern sollen unsere Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, aktiv am sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen – dazu muss man sich korrekt und klar ausdrücken können –  und sich selbst und die Welt, in der wir leben, besser kennenzulernen – dazu trägt die Auseinandersetzung mit jedem Gedicht, Roman, Drama  bei.

Nur in der Literatur kann man die Grenzen des eigenen Lebens überschreiten,  beim Lesen ein anderer  / eine andere werden, quasi hautnah andere Lebens- und Denkweisen, Wertvorstellungen und Problemlagen kennenlernen, im besten Sinne seinen Horizont erweitern.

Das Fach Deutsch hat viele Themen, Inhalte und Stoffe.  Sie reichen vom Zeitungsartikel, über Gedichte, Kurzgeschichten, Dramen, Romane bis hin zur Auseinandersetzung mit Literaturverfilmungen und dem modernen Sprachgebrauch in den neuen elektronischen Medien. Entsprechend breit gefächert sind die Unterrichtsaktivitäten: lesen, analytisch und kreativ  schreiben, Referate halten, Ergebnisse  präsentieren, Szenen spielen, ins Theater gehen, Gedichte vertonen, Filme analysieren, Standpunkte diskutieren – die Liste ließe sich verlängern!

Nicht jeder/jede wird im Deutschunterricht zur Leseratte werden, aber jeder und jede wird (auch in anderen Fächern) profitieren  von einer vertieften Lese- und Schreibfähigkeit  in einer Welt, in der wir jeden Tag von Texten umgeben sind.

Noch schöner ist es natürlich, wenn unsere Schülerinnen und Schüler  am Ende ihrer Schulzeit nachvollziehen können, was die zeitgenössische Schriftstellerin Julia Franck über ihre Leseerfahrungen sagt:

„Ich weiß nicht, wann ich zuletzt mal Tage ganz ohne Lesen verbracht habe. Beim Lesen habe ich das Gefühl, ich gewinne Zeit, Lebenszeit, Aufmerksamkeit, Konzentration, Anregung, Bilder, Erfahrungen.”

 

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