„Wegmüssen. Ankommen. Neustarten“

„Wegmüssen. Ankommen. Neustarten“
– ein Projekt des AWG 2015 zu Demokratie und Menschenrechten in Zusammenarbeit mit dem „Geschichtsort Villa ten Hompel Münster“ im Rahmen des Erasmus+ -Projektes „Europa als Wertegemeinschaft“. 
IMG_1164bSeit dem Jahr 2009 besteht eine Kooperation des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums mit dem „Geschichtsort Villa ten Hompel“ in Münster. Das Historiker- und Soziologenteam der Villa ten Hompel bietet im Rahmen des geschichtsträchtigen Hauses (ehemaliges Wohnhaus des Zementfabrikanten Rudolf ten Hompel aus der Weimarer Republik, Sitz der Ordnungspolizei im Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik Ort der Entnazifizierung und Dezernat für Wiedergutmachung) für Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich mit historischen und aktuellen Themen zwischen Geschichtskultur und Demokratieförderung auseinanderzusetzen.
Der Workshop, den das AWG im Januar 2015 mit dem Team der Villa ten Hompel unter der Leitung des Historikers Michael Sturm durchgeführt hat, gehört sowohl zu den Aktionen des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wie auch zum Erasmus+ -Projekt „Europa als Wertegemeinschaft“. Michael Sturm ist Mitarbeiter der der Villa ten Hompel angegliederten „Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus und für Demokratie“.
Ausgangspunkt der Überlegungen zum Workshop im Januar 2015 war die Frage, wie angesichts der in den Medien stark repräsentierten rechten, ausländerfeindlichen und teilweise auch gewaltbereiten  „Pegida-Bewegung“ in Deutschland, die Schule einen aktuellen Beitrag zur Demokratieerziehung im Sinne des EU-Vertrages leisten könne.
In enger Zusammenarbeit der betreuenden Lehrerinnen und Lehrer vom AWG und des Teams um Herrn Sturm wurde ein zweitägiges Konzept unter dem Titel „Wegmüssen.Ankommen.Neustarten!“ entworfen, das die historisch-politische Information über das Recht auf Asyl für politisch Verfolgte mit der praktischen Erkundung der Flüchtlingslage in Warendorf vor Ort verknüpfte.
Ausgehend von der Tatsache, dass am AWG selbst eine Vielzahl von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Nationalitäten unterrichtet wird und die Familien daher teilweise selbst eine Migrationsgeschichte in dieser oder der vorangegangenen Generation hinter sich haben, startete der Workshop mit der Reflexion der eigenen Situation und der Frage danach, was die Schülerinnen und Schüler unter Heimat verstehen. Hier konnten z.T. eigene Erfahrungen als Mitglied einer verfolgten Minderheit (z.B. Tamilen aus Sri Lanka) in die darauf folgende Information zu in der EU garantierten Menschenrechten zu den Rechten Asylsuchender in Deutschland eingebracht werden.
Am zweiten Tag des Workshops stand die Flüchtlingslage in Warendorf im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler führten Interviews mit Passanten in der Fußgängerzone in Bezug auf die Einstellung der Warendorfer Bevölkerung zu den hier untergebrachten Flüchtlingen; sie befragten Kolleginnen des AWG (Frau Terio, Frau Logeswaranathan) zu deren Migrationshintergrund und Heimatvorstellungen und interviewten zwei Flüchtlingsfamilien zu ihrer Lebenssituation und den Gründen für das Verlassen ihres Heimatlandes. Auch einen Einblick in die politisch-demokratischen Prozesse des Rechtsstaats auf der lokalen Ebene konnten die Schülerinnen und Schüler gewinnen, als sie in einem Gespräch mit Frau Iris Blume, der Leiterin des Warendorfer Sozialamts, über die Herkunft und Unterbringung der Warendorfer Flüchtlinge informiert wurden.

Der Workshop endete mit einer Evaluationsphase im Plenum unter Leitung von Herrn Sturm und zwei weiteren Teamern der Villa ten Hompel, in der die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse auf Plakaten und Fototafeln festhielten, diese Ausstellung wurde im Anschluß  im Foyer der Schule und auf dem Kulturabend der Abiturientia des AWG im März 2015 ausgestellt. Dass die Schülerinnen und Schüler für Erasmus+ Werte, wie das Recht in Freiheit zu leben und vor Menschenrechtsverletzungen geschützt zu werden, sensibilisiert wurden, zeigten nicht nur die Äußerungen der Schülerinnen und Schüler in der Nachbesprechung, sondern auch deren nachhaltiges Engagement bei dem Bemühen, in das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen zu werden, wozu der Workshop und die Ausstellung wichtige Bausteine bildeten.

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