Colourstorm – EUAWE

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Das Konzeptalbum „Colourstorm“ ist das Ergebnis unserer Musikproduktion zum Thema „Europa als Wertegemeinschaft“ im Kontext von Erasmus+ am Augustin-Wibbelt-Gymnasium Warendorf.

Dieses Projekt des Fachbereiches Musik wurde von Schülerinnen und Schülern verschiedener Arbeitsgruppen im Musikunterricht erarbeitet. In curricularer Perspektive wurde hier an die Zentralabiturvorgaben 2016 angeknüpft, um das komplexe und teilweise abstrakt wirkende Themenfeld der elektronischen Musik für die Schülerinnen und Schüler nach aktuellem Stand der Technik praktisch zugänglich und erfahrbar zu machen. Neben dem Musikkurs der Q2 konnten Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 11 in einem weiteren Kompositionsprojekt Liveaufnahmen für dieses Vorhaben produzieren. Der Dank für die Idee und graphische Vorlage des CD-Covers gilt einer Schülerin aus der Jahrgangsstufe 7 vom AWG!

Die nun folgenden Ausführungen dokumentieren und reflektieren das musikalische Ergebnis, welches in Form einer digitalen CD-Produktion vorliegt und abspielbar ist. Nach einer Kurzdarstellung wesentlicher Arbeitsansätze sollen weiterführende Gedankengänge zu den Kompositionen der Arbeitsgruppen das Gesamtbild für den Hörer vervollständigen:

  • Ausgehend von unterschiedlichen Methoden des Brainstormings, wie zum Beispiel der Bildung von Wortfeldern zum Thema „Europa als Wertegemeinschaft“ wurde das europäische Anspruchsdenken und die damit verbundenen Leitideen von Wertegemeinschaften in den Mittelpunkt gestellt, in Arbeitsgruppen musikalisch auf verschiedene Weise umgesetzt und als Konzeptalbum auf professionellem Niveau eigenständig produziert.
  • Die Schülerinnen und Schüler mussten sich in ihren Arbeitsgruppen selbst als „Wertegemeinschaft“ verstehen, da ein kreativer musikalischer Arbeitsprozess ähnliche soziale und kognitive Fähigkeiten erfordert und fördert: Beispielsweise wäre ohne Zusammenhalt innerhalb der Arbeitsgruppen und ein gruppenübergreifendes Ergänzen und Helfen eine Umsetzung in dieser Form nicht möglich gewesen.
  • Die Schülerinnen und Schüler erlernten den Umgang mit Werkzeugen der Audioproduktion und arbeiteten selbstständig mit professioneller Hard- und Software, welche grundlegend bei aktuellen Musikproduktionen genutzt wird.
  • Die Kompositionsentscheidungen wurden vor dem Hintergrund der Thematik „Colourstorm – Europa als Wertegemeinschaft“ in den Arbeitsgruppen fortschreitend reflektiert und musikalische Entscheidungen sowie Klangvorstellungen begründet.

Europa als „Colourstorm“ – der Titel erscheint zunächst etwas plakativ und oberflächlich. Nach kurzer Spielzeit wird aber schnell deutlich, dass sich die Komponisten und Arrangeure dieser Musikproduktion nicht einfach mit schönen Worten zufrieden geben, sondern dem Hörer ihrer Musik ein breites Farbspektrum zur Auswahl stellen: Von dunklen Gefahrensituationen eines sich entwickelnden Europas, bis hin zu hellen leuchtenden Kooperationsgemeinschaften mit Symbolwirkung vertont die Musik hier sowohl historische Geschichten, Zustandsbeschreibungen als auch hoffnungsvolle Ausblicke. Melancholische Melodieführungen und musikalische Umbrüche sowie unerwartete Übergänge wollen den Hörer zum Nachdenken anregen und rufen angesichts der aktuellen Konflikte, denen sich die europäische Gemeinschaft gegenüber sieht, verschiedene Bilder in Erinnerung:

„Ode…“

„Europa als Wertegemeinschaft“ bedeutet für uns eine multikulturelle Gemeinschaft, welche sich in jeder Hinsicht toleriert und unterstützt. Dabei sollten die universellen Moralvorstellungen, wie beispielsweise Gerechtigkeit, Gleichheit der Menschenrechte sowie die Achtung vor der Würde des menschlichen Wesens als individuelle Person, berücksichtigt werden. Diese Multikultur haben wir versucht in unserem Stück zu verdeutlichen, indem wir Instrumente, wie Dudelsack, Trompete, Balalaika und die schwedische Sackpfeife, in unser Stück eingebaut haben. Diese sind typisch für einige Länder Europas und stehen somit für einzelne Teile, die zusammen ein Ganzes bilden. Diese Teile Europas haben wir in einem Stück kombiniert und als Grundlage die europäische Nationalhymne „Ode an die Freude“ verwendet. Diese steht symbolisch für den Zusammenhalt der einzelnen Länder, die zusammen Europa und damit eine große, vielfältige Gemeinschaft bilden. Zunächst haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie das Grundgerüst des späteren Musikstückes aussehen soll und sind zu dem Entschluss gekommen, dass es sich hierbei um ein eher experimentelles Stück handeln soll. Dies wird im fertigen Stück durch die nicht immer kongruenten Rhythmen zum Ausdruck gebracht und soll verdeutlichen, dass es innerhalb Europas viele verschiedene Kulturen gibt, die vielleicht auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, aber doch alle zusammen Teil eines großen Ganzen sind und somit jede einzelne unverzichtbar für den Erhalt Europas ist. Wie bereits erwähnt, dient die Europahymne „Ode an die Freude“ als Grundlage. Wie eine Nationalhymne für den Zusammenhalt innerhalb einer Nation steht, wird dieser durch die „Ode an die Freude“ für ganz Europa repräsentiert und soll zudem ausdrücken, dass Zusammenhalt und Toleranz gegenüber anderen die wichtigsten Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben sind, auch wenn alle Kulturen andere Vorstellungen haben und es teilweise zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Auf dieser Grundlage bauen die charakteristischen Instrumente der einzelnen Länder Europas auf, wobei jedes seinen eigenen Platz in der Stereophonie des Musikstückes hat, jedoch alle beinahe nahtlos ineinander übergehen und es nicht zu abrupten Anfängen bzw. Enden der eingefügten Elemente kommt. Dadurch soll eine insgesamt harmonische Stimmung entstehen, die metaphorisch und symbolisch auf das Leben innerhalb Europas übertragbar sein soll. Bei der Anordnung der Instrumente wurde darauf geachtet, dass die Melodien insofern zueinander passen, als dass keine großartigen Dissonanzen entstehen, um den Rückschluss auf größere Unstimmigkeiten zu vermeiden. Die dennoch nicht immer vollständig harmonierenden Instrumente, Melodien und Rhythmen sollen zeigen, dass es sehr wohl Uneinigkeiten gibt, die jedoch nicht in Gewalt enden sollten. Dies wird durch die anschließend wieder harmonierenden Abschnitte zum Ausdruck gebracht, welche zeigen, dass es innerhalb Europas eine große Akzeptanz und Toleranz gegenüber anderen Meinungen und Lebensweisen gibt. Am Anfang wurde auf eher ruhigere Klänge zurückgegriffen, da einerseits die ,,Ode an die Freude“ mit ruhigeren Tönen beginnt, andererseits soll aber auch das langsame Zusammenfinden der Länder symbolisiert werden. Hierzu haben wir als auffälligste Instrumente die Trompete und das Alphorn verwendet. Beide werden ruhig und getragen gespielt, wodurch ein beinahe trauriger Klang entsteht. Die Lautstärke beider Spuren wurde mit Absicht erhöht, sodass die „Ode an die Freude“ eher hintergründig wahrgenommen wird. Dadurch wird gezeigt, dass es auch zu traurigen und bedrohlichen Vorfällen kommen kann, die Gemeinschaft in Europa jedoch trotzdem nicht verloren gehen sollte. Im weiteren Verlauf kommen immer mehr Instrumente hinzu, die zeigen, dass Europa immer mehr zu einer Gemeinschaft, bestehend aus verschiedenen Kulturen, heranwächst. Zudem werden die Klänge zum Ende hin immer festlicher. Dieses haben wir als Gruppe genutzt, um unsere Vorstellung eines immer mehr zusammenwachsenden und vor allem zusammenhaltenden Europas als eine große Gemeinschaft zu verdeutlichen. Besonders auffällig ist hier die schottische Nationalhymne „The Flower of Scotland“, die mit Dudelsäcken gespielt wird. Sie folgt nach einem ,,Auftakt“ direkt nach der Trompete und den Alphörnern und wirkt daher umso prächtiger. Zum einen wird somit gezeigt, dass jegliche Vorfälle negativen Charakters durch den Zusammenhalt verdrängt werden und die Gemeinschaft noch mehr gestärkt wird, zum anderen symbolisieren die festlichen Klänge vor allem die Vorteile und schönen Seiten, die sich aus so einer vielseitigen und gemischten Gemeinschaft ergeben. Hierzu zählen zum Beispiel das Kennenlernen anderer Kulturen und Lebensweisen, wie auch viele verschiedene Ideen, die bei der Gestaltung eines gemeinsamen Europas einfließen und das Leben umso abwechslungsreicher und vielfältiger gestalten können. Zudem wirken auch eher orientalisch klingende Instrumente und Gesänge in dem Stück mit, um nicht nur auf unsere christlich-westliche Gesellschaft hinzuweisen, sondern auch die zunehmende Integration muslimischer Mitbürger besonders zu berücksichtigen. Als besonderer Effekt wurde ein Verlauf von dem linken auf das rechte Ohr erzeugt. Dieser steht für den immer fortwährenden Bestand Europas, das jedoch nie gleich ist, sondern sich immer verändert. Somit kann der von links nach rechts laufende Klang als Zeitstrahl verstanden werden, der jedoch weniger einen historisch korrekten Anteil enthält, sondern als ein eigens von unserer Gruppe kreierter Zeitstrahl gesehen werden sollte, wonach sich das Zusammenleben in Europa verbessert und zum Wohl seiner Mitmenschen entwickelt. Insgesamt lässt sich sagen, dass der Inhalt des Stückes weniger Faktenorientiert ist. Hauptsächlich geht es darum, unsere Vorstellungen eines friedlichen Europas, darzustellen. Hierzu zählt außerdem, dass jeder Mensch, insofern er keine Gefahr für andere Menschen darstellt, akzeptiert wird wie er ist und dass jeder Mensch, egal welcher ethnischen Gruppe angehörig, in Europa aufgenommen wird. Daraus resultiert, dass die europäische Wertegemeinschaft eine Gemeinschaft ist, die keine strengen Richtlinien hat, nach denen sie Menschen beurteilt. Lediglich das Sichern des Wohls aller europäischen Bürger bzw. das Ausschließen einer Gefährdung für diese ist ein Wert, nach dem kritisch beurteilt werden sollte und nicht etwa die Herkunft, die Religion oder die Meinung eines Menschen oder einer Gruppe.

„Refugees Welcome“

Unsere Komposition „Refugees Welcome“ zum Themenkomplex „Europa als Wertegemeinschaft“ stellt eine Collagenmusik zum Flüchtlingsthema in Europa dar. Durch unterschiedlichste Klangmuster und -farben soll die Flucht der Menschen aus den Krisengebieten eindrucksvoll erfahrbar gemacht werden. Hierbei wurde bewusst mit Brüchen und völlig unterschiedlichen Klangerzeugungsmethoden gearbeitet. Zu Beginn wird die angespannte und ungewisse, oftmals von Armut und Hunger geprägte, Lage im Herkunftsland verdeutlicht. Die tatsächliche Situation mit Hoch- und Tiefpunkten wird hierbei durch Choral-Klänge und den synthetisch, vorgegebenen Rhythmus gezogen. Der Bruch stellt hierbei eine Kriegssituation dar, die für viele Flüchtlinge großes Leid bedeutet und oftmals Grund der Flucht ist. Auch hier bleibt die Zukunft nach der militärischen Phase ungewiss. Es wird getrauert und es ist zumeist auch ungewiss, ob nicht ein weiterer Ausbruch die Reise gefährden könnte. Dies scheint durch eine weitere Unterbrechung auch plötzlich zu geschehen – welche sich aber schnell als Realitätsaufnahme eines Schiffhorns herausstellt. Gerade hier wird durch den Umbruch von synthetisch erzeugter Musik in die Collagenmusik realer Aufnahmen der Wechsel vieler Flüchtlinge in eine neue und ungewisse Welt deutlich. Hierzu baut sich das Unwetter als großes Hindernis auf der See als nächste „Hürde“ und „Mauer“ bei der Reise in das vermeintlich rettende Europa auf. Die Dramatik dieser Situation wird hierbei durch das Geschrei eines Kindes erneut deutlich. Es soll an dieser Stelle keineswegs eine überspitzte, sondern die reale Situation auf einem Flüchtlingsboot dargestellt werden. Ein erneutes Schiffshorn markiert die Ankunft in Europa, die für viele zunächst eine Erlösung von den tagelangen Strapazen darstellt. Eine Zusammenstellung aus populären Klängen der Rockmusik vermittelt die Freude der Ankunft und das vermeintliche Ende der Flucht. Hier wird die letzte Dominantspannung des Musikstücks jedoch bewusst nicht aufgelöst, um die Ungewissheit für eine Lösung der Flüchtlingsproblematik in Europa darzustellen. Die Krise um die Flüchtigen stellt die europäische Wertegemeinschaft vor eine große Aufgabe, die nur mit Hilfe internationaler Zusammenarbeit und internationaler Stärke bewältigt werden kann. Hierbei geht es aber nicht nur um großpolitische Handlungen, sondern auch die Offenheit jedes einzelnen Europäers gegenüber dem Fremden und den neuen Kulturen. Nur so kann den Menschen in ihrer so schwierigen Situation geholfen werden!

„Europe one village“

Mit der Aussage: ,,Europa, eine Wertegemeinschaft“ assoziieren wir Europa als ein Ganzes, welches aus vielen verschiedenen Ländern besteht. Man könnte sagen, dass Europa aus vielen Puzzleteilen zusammengesetzt ist. Zusammen bilden diese eine Gemeinschaft. Außerdem ist die Rede von einer Wertegemeinschaft und Werte sind jene Vorstellungen, welche in einer Gemeinschaft als wünschenswert angesehen werden und den Menschen Orientierung geben. Alle Nationen haben das Ziel, friedlich und harmonisch miteinander zu leben und dies ist eine Eigenschaft, die sie alle miteinander verbindet, trotz der verschiedenen kulturellen Differenzen und Traditionen. Dieses gemeinsame Ziel, welches alle europäischen Länder verfolgen, haben wir versucht musikalisch darzustellen, indem wir die kulturellen Unterschiedlichkeiten musikalisch miteinander verknüpft haben. Zuerst haben wir überlegt, welche Länder wir mit charakteristischen Melodien darstellen wollen, die das jeweilige Land repräsentieren. Das Resultat aus den soeben genannten Aspekten ist, dass Europa einem Dorf gleicht bzw. eigentlich eine kleine Einheit ist. Wir haben uns fünf europäische Länder ausgesucht und recherchiert, welche Melodien typisch für diese Nationen sind. Die ausgewählten Länder sind Türkei, Dänemark, Spanien, Frankreich und Deutschland. Für die Türkei haben wir uns eine Melodie ausgesucht, welche frei von Gesang ist. Das Musikinstrument „Davu“ ist eine zweifellige Rahmentrommel, die im gesamten orientalischen Raum verbreitet ist und spiegelt hier den türkischen Sound wieder. Bei Dänemark haben wir uns letztendlich für die Nationalhymne entschieden, da es uns ein wenig schwer gefallen ist, hier eindeutig charakteristische Musikstücke zu finden. Für Spanien haben wir uns auch für ein Musikstück ohne Gesang entschieden, bei dem unter anderem Kastagnetten, eines der bekanntesten spanischen Instrumente, zu hören sind. Für Frankreich haben wir uns für das Lied „Dernier Danse“ in einer Instrumentalversion von der berühmten französischen Popsängerin Indila entschieden. Wir haben uns hier bewusst gegen ein klischeehaftes Lied mit Akkordeon entschieden, da wir ein modernes Frankreich präsentieren wollten. Für die Repräsentation unseres Landes haben wir uns für das Stück „Preußens Gloria“ entschieden, denn dieses ist sehr bekannt und hat eine besondere Ausstrahlung. Mit der Musiksoftware Cubase Pro 8, welche uns viele Möglichkeiten bietet und uns dabei hilft, musikalische Ideen schnell und kreativ umzusetzen, haben wir alle unsere Musikstücke in mehreren Tonspuren eingefügt. Nun mussten wir herausfinden, welche Melodien miteinander harmonieren bzw. welche Melodien wir miteinander verschmelzen lassen können. Wir kamen auf das Ergebnis, dass sich die türkische gut mit der spanischen Melodie verknüpfen lässt. Anschließend haben wir die ausgewählten Stücke durch sogenannte „Crossingovers“ miteinander verbunden, damit der Hörer keine Störgeräusche in den Übergängen wahrnimmt, welche durch unsaubere „Cuts“ ohne Berücksichtigung der Nulldurchgänge der Wellenformen entstehen würden. Des Weiteren haben wir nicht alle Stücke in eine Reihe eingefügt, sondern jedes Lied erhielt seine eigene Spur, die wir im weiteren Verlauf zuteilten. Nach langem Hören und präzisem Millisekunden genauem Zuschneiden der spanischen und türkischen Audiosequenzen ist es uns gelungen, die Melodien gleichzeitig harmonisch klingend abzuspielen. Im weiteren Verlauf haben wir die dänische Nationalhymne bearbeitet. Wir haben uns überlegt, dass wir einen Höhepunkt in unserem Musikstück brauchen. An dieser Stelle bot sich „Preußens Gloria” gut an. Zum Ende der türkisch-spanischen Melodie haben wir die Lautstärke für den Übergang reduziert, damit der Hörer sich auf etwas Neues vorbereiten kann. Zu Beginn des „Preußens Gloria” haben wir die Lautstärke ebenso minimiert und sie im weiteren Verlauf lauter werden lassen, damit der Höhepunkt deutlich zu hören ist. Nach den heiteren und dynamischen Tönen, sind wir nun fast am Ende des Stückes angelangt. Für den runden Abschluss sorgt nun die dänische Nationalhymne. Wir haben nicht die ganze Hymne verwendet, sondern, wie bei den anderen Stücken, Audioevents erstellt, die aus unserer musikästhetisch subjektiven Perspektive ineinandergreifen. Da unsere Vorstellungen zum Thema „Europa als Wertegemeinschaft” dieses Europa als eine Art Dorf darstellen soll, erzählt unser Musikstück auch eine Geschichte. Dafür haben wir das Fahren von Autos sowie Geräusche aus der Natur aufgenommen und diese als Intro genutzt. Beim Hören des Stückes ertönen diese Geräusche und anschließend hört man zufriedene sorgenlose und vor allem glückliche Menschen durch das Dorf laufen. Europa als Dorf bedeutet aber auch, dass viele Ereignisse nicht Einzelne betreffen, sondern meist alle Dorfbewohner!

„War…“

Das Musikstück soll die Einheit Europas widerspiegeln. Einerseits erkennt man eine friedliche Verbundenheit andererseits kritisiert dieses Lied aber auch Situationen von Gewalt und stellt die Brutalität des Krieges dar. Man will in Freiheit leben und sich in Europa stark fühlen. Das Lied ist ein Rap-Song und besteht aus drei Strophen mit Refrain. Insgesamt umfasst es 42 Verse. „Mayor, this is a war!“ (V.1) spiegelt die Situation in diesem Lied wider. Des Weiteren soll der erste Vers eine Vorschau geben und die Gefühle der Kriegsflüchtlinge darstellen. In der ersten Strophe (V.3-19) wird die Situation im Krieg beschrieben. Dort befindet sich keine Norm und jede Handlung ist legitim. Dies wird durch ironische Anspielungen wie ,,You steal my sock“ (V.17) ausgedrückt. Die dramatische, emotionale und brutale Dimension eines Krieges wird in der ersten Strophe im Text deutlich. In der zweiten Strophe steht die Perspektive des Staates im Vordergrund und dieser zeigt die Anzahl der Toten. Mit Naturmetaphorik „it isn’t sunny “ (V.23) wird die Atmosphäre düster, traurig und der Identitätsverlust deutlich dargestellt. „Don’t spend for the war more money “ (V.25) ist ein nahezu zynischer Appell, Kriege zu beenden, da sie besonders eine Gefährdung für die Infrastruktur darstellen. In der dritten Strophe wird die Flucht aus dem Kriegsgebiet thematisiert, welche oft die einzige Lösung zur Erhaltung der eigenen Existenz ist. ,,This is the truth and the story of Ruth“ (V.32) spielt auf die Situation des kleinen Jungen Ruth an, der aus einem Kriegsland floh und sein Leben neu ordnen musste. Dieses Einzelschicksal, welches im Medienformat „SPIEGEL“ bereits 2014 dargestellt wurde, macht stellvertretend deutlich, dass Ruth in Deutschland eine neue Perspektive gefunden hat und sehr dankbar dafür ist.

„2Gesichter“

Der Song „2Gesichter“ thematisiert die radikalen gesellschaftlichen und politischen Umstände auf der Welt. Die Intention des Songs ist es, die Menschen zu warnen, nicht alles zu glauben, was in den Medien oder durch Politiker publiziert wird. Dieser Rap-Song ist eine provozierende Kritik an unserer Gesellschaft, insbesondere am Umgang der Menschen mit der Einflussnahme durch die Medien. Die Menschen sollten sich nicht täuschen lassen und Informationsquellen nicht unkritisch und unreflektiert als Wahrheit akzeptieren. Angesichts der Verknüpfung von Medien, Politik und Wirtschaft ist eine bewusste multiperspektivische Wahrnehmung wichtig, um Vorurteilen und Einseitigkeiten vorzubeugen. Auf den ersten Blick scheinen die Strophen sehr radikal zu sein. Verse wie „diese Gesellschaft hat für mich gar keine Werte, zeig der Welt deine wahre Stärke“, fordern den Menschen dazu auf, sich zu erheben und zeigen, dass es trotz aussichtsloser Situationen im Kern noch Hoffnung gibt. Der Epilog ist eine Art Empfehlung, die besonders die guten Seiten einer Europäischen Gemeinschaft betonen möchte: „Europa, schau nicht mehr auf die Menschen herunter. Europa, das Leben wird dadurch viel viel bunter. Europa kill kein Leben, gib uns nur deinen Segen, glaub mir, wir sind jeden Tag dafür am beten. Du bist für uns eine ganz große Einheit und versprichst Menschlich-, Brüderlichkeit und Freiheit. Langsam spüre ich, nun ist es an der Zeit. Ich zähle, denn die goldenen Tage sind nicht mehr weit!“

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