Eingesperrt – Hinter Mauern- Leben in der DDR

Ein Zeitzeugenbericht aus einem Leben zwischen Ost und West.
img_2587Der Referent Stefan Hilsberg, der 1956 als Sohn eines Pfarrers in einem kleinen Dorf an der Grenze zu Polen in der damaligen DDR geboren wurde, berichtet aus seinem Leben während und nach der DDR-Diktatur.
Hilsberg, der später in Berlin aufwuchs, macht DDR-Geschichte für die Schülerinnen und Schüler der Q2 lebendig. Er erinnert an den  Mauerbau, erzählt, wie Stacheldraht die Straße in zwei Hälften teilt, wo wenig später eine Mauer mitten durch Berlin verläuft.  Er beschreibt die Allgegenwart der Partei (SED) in allen Lebensbereichen und erläutert die Bedeutung und Funktion der Jugend-organisation der Pioniere für die Zugehörigkeit zur DDR-Gesellschaft.
Stefan Hilsberg beschreibt sein persönliches Leben in der DDR als “grau“ und da er aus einem Pfarrerhaushalt stammt und seine Eltern nicht linientreu der SED folgen, ist es ihm und seinen Geschwistern verwehrt, das Abitur zu machen – etwas, was er bis heute mit leichter Verbitterung bemerkt. Er macht deutlich, dass es im DDR-Staat  keine Meinungsfreiheit und keine demokratischen, freien  Wahlen gab. Die Einheitspartei der SED stellte das Politbüro und somit die Regierung. Er stellt den spürbaren sowjetischen Einfluss durch Stalin in der DDR dar. Hilsberg erwähnt Internierung und Zwangsarbeit von politischen Gefangenen.
In den 1980er-Jahren ging Hilsberg in die Opposition und gründete eine Partei;  als Mitinitiator der friedlichen Demonstration in der DDR gelang es Hilsberg mit seiner Partei, den Umschwung herbeizuführen. Er berichtet vom Niedergang der DDR und dem historischen Moment des Mauerfalls.
In der Bundesrepublik Deutschland engagiert er sich ebenfalls politisch, 19 Jahre im Bundestag beschreibt er „als eine spannende Zeit“. Als Motto und Mahnung gibt er den Schülerinnen und Schülern  mit auf den Weg, dass man Demokratie nutzen muss; man muss für seine Überzeugung stehen, man sollte das Grundgesetz für sich nutzen und für Grundrechte einstehen. Er motiviert zu politischer Mündigkeit: „Politik ist eine geistige Veranstaltung, ich sollte mich meines Verstandes bedienen, eine Meinung haben und die Demokratie in unserem Staat nutzen.“

Mit diesen Worten verabschiedet er die Schülerinnen und Schüler und motiviert sie, ein demokratisches Bewusstsein zu entwickeln.

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