Klasse 8 im Religio-Museum Telgte

Gott 3 – Juden, Christen und Muslime in ihrer Begegnung von Luther bis heute
Religio2Was könnte aktueller sein, als die Begegnung der drei monotheistischen Religionen Judentum, Islam und Christentum? Da die kulturhistorische Ausstellung in Telgte, die sich genau dieser Thematik widmet, nach den Sommerferien beendet sein wird, entschlossen sich die Schülerinnen und Schüler des AWG, ihren geplanten Besuch in der Synagoge in Münster zu verschieben und sich stattdessen diese aktuelle Ausstellung anzusehen. Obwohl dieser Entschluss wirklich sehr kurzfristig war, ermöglichte das Religio-Museum dankenswerterweise den Besuch der Ausstellung, indem die Führung für die 8. Klasse des AWG bereits zwei Stunden vor der offiziellen Öffnungszeit begann.
Religio5  Zunächst gab es unter der fachkundigen Leitung von Simone Müller einen Rundgang durch die Ausstellung, um die Anordnung der Exponate zu verstehen und sich so besser zurechtzufinden. Die Ausstellungsstücke sind mittels übergeordneter Schlagworte wie z.B. Teilen, Streiten, Zerstören, Markieren, Abgrenzen oder Tolerieren zusammengestellt. Nach dieser Einführung konnten sich die Schülerinnen und Schüler zu zweit oder zu dritt ein Exponat oder eine Fragestellung aussuchen, die sie mithilfe eines Fragebogens genauer untersuchen sollten. Religio11Es ging hier um so unterschiedliche Dinge wie z.B. Etappen aus Luthers Leben und die 95 Thesen; um Abraham, der in allen drei Religionen eine bedeutende Rolle spielt und um die Stadt Jerusalem, die ebenfalls für alle drei Religionen von großer Bedeutung ist. Außerdem konnten sich die Schüler mit Kopftuch, Kippa, Beschneidung, Sonntagspflicht, koscheren Gummibärchen oder auch dem Burkini beschäftigen. Darüber stand auch das NPD-Wahlplakat „Maria statt Scharia“ zur Wahl.
Bei einem zweiten Durchgang durch die Ausstellung stellten die Schülerinnen und Schüler ihrer Klasse ihre jeweiligen Erkenntnisse vor und kamen darüber gut ins Gespräch.
religio6Besonders spannend fanden viele den Raum, in dem man den Worten von Osama Bin Laden oder George W. Bush, die im Namen der Religion zum Krieg aufriefen, lauschen konnte, sowie die „Giftschränke“, in denen sich Karikaturen, Witze, Bilder und Texte befinden, die religiöse Gefühle beleidigen und verletzen können oder wollen. Auch der von einer Gruppe Religio10Jugendlicher gedrehte Film zum Thema der Ausstellung weckte das Interesse der Schülerinnen und Schüler.
Als sich die Klasse nach zwei Stunden vor dem Museum zum Gruppenfoto einfand, wären einige gerne länger im Museum geblieben.
Und warum die Ausstellung wie eine Baustelle mit Gerüsten aufgemacht ist, war am Ende allen klar: Die Begegnung der Religionen ist wie eine Baustelle, die sich dauernd verändert und an der immer gearbeitet werden muss. Die Begegnung darf sich nicht im konfliktgeladenen Miteinander erschöpfen, sondern muss die vielfältigen interreligiösen Berührungspunkte würdigen.

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