Bericht aus Uganda 2018

Die traditionell einmal im Jahr stattfindende Informationsveranstaltung für die Schülerinnen und Schüler der EF des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums über das Uganda-Projekt ihrer Schule übernahm diesmal Judith Everding, eine junge Medizinstudentin aus Schöppingen, die ein halbes Jahr im Norden Ugandas in St. Mauritz Obiya Palaro gelebt und gearbeitet hat.

2018-02-19-PHOTO-00000025Judith blickte kurz auf die Geschichte des Projektes zurück, das bereits seit 1990 am AWG verankert ist: Die Wurzeln liegen in Taizé, einem kleinen Ort nahe der ostfranzösischen Stadt Cluny, der ein ökumenischer Treffpunkt für Jugendliche aus der ganzen Welt ist. Dort haben sich 1988 Sabino und Sabine getroffen. Der junge Theologiestudent aus Uganda erzählte der Lehrerin aus Münster von den Zuständen in seiner Heimat, die damals unter einem brutalen und grausamen Bürgerkrieg litt. Aus dieser zufälligen Begegnung von Sabino und Sabine in Taizé entwickelte sich eine bis heute andauernde freundschaftliche Beziehung – und das nicht nur auf privater Ebene, sondern auch zwischen Obiya Palaro und der Gemeinde St. Mauritz in Münster und dem Augustin-Wibbelt-Gymnasium in Warendorf.

K1024_P1010462Aber mehr noch als um die Anfänge des Projektes ging es Judith Everding um die Zukunft von St. Mauritz Obiya Palaro und um das, was sie persönlich in Uganda erlebt hat. Sie schilderte den Schülerinnen und Schülern mit vielen Fotos anschaulich, wie so ein ganz normaler Tag in St. Mauritz Obiya Palaro für sie ausgesehen hat und erzählte von ihrer täglichen IMG_3543Arbeit in der Medizinstation. Impfungen der Kinder und Malariabehandlungen waren für Judith an der Tagesordnung. Die Medizinstation wird momentan zu einem kleinen Krankenhaus ausgebaut, das den Menschen in St. Mauritz Obiya Palaro endlich solide medizinische Versorgung aber auch Arbeitsplätze sichern soll.

Judith verschwieg auch nicht, dass die traditionelle Rollenverteilung von Mann und Frau in Uganda noch immer extrem ist und dass sie selbst damit oft Probleme hatte. Hier hakten die Schülerinnen und Schüler nach und konnten es nur schwer akzeptieren, dass diese Rollenverteilung in Uganda „normal“ und wohl nicht so schnell zu ändern ist.

Nicht nur das im Bau befindliche Krankenhaus macht St. Mauritz Obiya Palaro zu einem erfolgreichen dörflichen Entwicklungsprojekt: Kindergarten und Schule, Brunnenbohrungen für sauberes Wasser und die Installation von Solarenergie, Musik- und Jugendgruppen und sogar eine kleine Bücherei prägen das Leben und sind der Grund, warum die Menschen vor Ort von der „Corner of Hope“ sprechen.

Judith konnte den Schülerinnen und Schülern auch den Besuch von Father Cyprian Odongo, dem Gemeindepfarrer aus St. Mauritz Obiya Palaro ankündigen, der im Sommer die Schule wieder einmal besuchen wird. Father Cyprian wird den „Tag für Afrika“, der Anfang Juli am AWG stattfinden wird, begleiten; er wird während seines Aufenthaltes – wie immer – möglichst viele Klassen und Kurse besuchen, aus seiner Heimat erzählen und mit den Schülerinnen und Schülern diskutieren, wie es in St. Mauritz Obiya Palaro weitergehen kann. Da der Termin des Abiturgottesdienstes in die Zeit seines Aufenthaltes in Deutschland fällt, wird Father Cyprian in diesem Jahr den Abiturgottesdienst mitfeiern können – darauf freut er sich ganz besonders.