Rettungswagen für Uganda

Februar 2007 – Die Menschen in St. Mauritz/Obiya Palaro in Norduganda sind stolz und die Freude ist groß! Endlich ist der Rettungswagen da!

Das ist den engagierten Schülern des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums zu verdanken, die bereits im Sommer 2005 den Sponsorenlauf veranstalteten, mit dessen Erlös das Fahrzeug angeschafft werden konnte. Das Gymnasium kooperiert seit etlichen Jahren mit der Uganda-Hilfe St. Mauritz e.V. in Münster und unterstützt die ugandische Partnergemeinde seitdem buchstäblich nach Leibeskräften.

Das Fahrzeug wird die gemeindeeigene Medizinstation unterstützen und darüber hinaus der gesamten Erzdiözese Gulu für Krankentransporte zur Verfügung stehen! „Der Wagen wird Leben retten!“, sagt Bischof Sabino Odoki, Freund und Kontaktmann der Schule.  Es gibt viele Fälle, in denen Patienten versterben, nur weil der Krankentransport durch den unwegsamen Busch nicht, oder zu spät, gewährleistet werden kann.

Doch bis Bischof Sabino Odoki den Krankenwagen endlich in Empfang nehmen konnte, waren viele Hürden zu nehmen und viel Geduld aufzubringen…

Mit der Unterstützung von MIVA Österreich, einer Organisation, die den Import geländegängiger Fahrzeuge nach Afrika unterstützt, wurde bereits im Winter 2005 die Einschiffung des Ambulanzfahrzeugs vorbereitet. Damit beginnt die lange Reise eines Rettungswagens…

Der brandneue Landcruiser verlässt das Toyota-Werk in Japan. Von dort geht es nach Antwerpen. Im September 2006 verlässt der Wagen an Bord der MS Cristal Ray die belgische Provinzhauptstadt. Fast einen Monat dauert die Seereise nach Mombasa in Kenia. Dort wird das Ambulanzfahrzeug auf einen Autoträger verladen und erreicht auf diesem Wege Uganda. Noch vor Weihnachten trifft der Wagen in der Hauptstadt Kampala ein. Von dort sind es nur noch gute 300 Kilometer bis zu seinem eigentlichen Bestimmungsort in der Nähe von Gulu, der größten Stadt im Norden Ugandas. Niemand ahnt, dass es weitere sechs Wochen dauern wird, bis das Fahrzeug dort eintreffen wird…

Julia Schmitz-Hövener tritt kurz vor Weihnachten ihren  Aufenthalt in Uganda an. Am 18. Dezember landet sie, mit den guten Nachrichten von der Ankunft des Krankenwagens,

 in Uganda und kümmert sich persönlich um die Übergabe. Gemeinsam mit Bischof Sabino Odoki macht sie sich gleich am ersten Tag nach ihrer Ankunft auf den Weg zu der Import-Freigabestelle in Kampala. Doch dort weiß man nichts von der Ankunft des Krankenwagens. Odoki und Julia müssen Kampala ohne das Fahrzeug und ohne nähere Informationen verlassen.

Es vergeht ein ganzer Monat bis sie erneut nach Kampala gebeten werden. Der Krankenwagen könne ihnen nun ausgehändigt werden, versichert das Importbüro. Um elf Uhr morgens treffen beide dort ein. Am späten Nachmittag verlassen sie die Import-Freigabestelle. Ohne den Krankenwagen…

Es fehlen wichtige Originalpapiere aus Österreich. Die Enttäuschung in Gulu ist groß.

Dass der Wagen nur eine Woche später – immer noch ohne Papiere und Ersatzschlüssel – plötzlich doch ausgehändigt wird, fällt wohl unter die Rubrik „Afrikanische Wunder“.

Stolz fährt Bischof Odoki das Ambulanzfahrzeug persönlich nach Gulu.

In St. Mauritz wird ein Gottesdienst gefeiert, der Wagen wird gesegnet, es wird getrommelt, getanzt und gesungen.

St. Mauritz in Gulu sagt „apwoyo!“, „Danke!“!

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