Rückblick auf das Uganda-Projekt des AWG

Das Augustin-Wibbelt-Gymnasium Warendorf unterhält schon seit mehr als 15 Jahren enge Beziehungen zu Father Dr. Sabino Odoki, der im Norden Ugandas lebt und als katholischer Priester arbeitet.

Noch in der Zeit, als Dr. Paul Becker Direktor der Schule war, entstand die enge Anbindung an die Uganda-Hilfe St. Mauritz e.V. in Münster durch den persönlichen Kontakt zu Father Dr. Sabino Odoki, der bereits 1990 seinen ersten Besuch am AWG absolvierte.

Seit der Zeit besucht Father Dr. Sabino Odoki die Schule regelmäßig jedes Jahr, mindestens alle zwei Jahre, um den SchülerInnen und LehrerInnen von den Entwicklungen in seiner Heimat lebendig und realistisch, eben ganz authentisch zu berichten.

Die Schule unterstützt das dörfliche Entwicklungsprojekt Obiya Palaro im Norden Ugandas in der Nähe der Stadt Gulu, wo Sabino lebt und arbeitet.   In der Zeit, als Dr. Paul Becker Direktor der Schule war, hat das AWG u.a. durch einen Sponsorenlauf und einen Uganda-Aktions-Tag eine erste Brunnenbohrung in Obiya Palaro ermöglicht,  d.h. den Menschen vor Ort sauberes Wasser aus einer Pumpe -und damit Leben- geschenkt.

Mit dem Dr. Becker nachfolgenden Direktor Herrn Günter Ellger, rückte das Uganda-Projekt noch mehr in den Mittelpunkt des schulischen Lebens: mit mehreren Aktionen und einem weiteren Sponsorenlauf in der Altstadt von Warendorf brachte die Schule das Geld für einen geländegängigen Wagen auf, der 1997 von Herr Ellger persönlich in Obiya Palaro übergeben wurde. Herr Ellger war mehrmals in Uganda, hat persönliche Kontakte geknüpft und den Menschen in Obiya Palaro ein „Gesicht“ ihrer Freunde in Deutschland vermittelt.

In all den Jahren hat Sabino seinen deutschen Freunden immer wieder erklärt, was vor Ort wirklich gebraucht wird, und so sammelte die Schule mit immer neuen Aktionen auf Sabinos Anraten z.B. Geld für den Bau von Lehrerwohnungen und – zusammen mit den WN in Münster und der Gemeinde St. Mauritz – einer Medizinstation. Nach einem Rebellenüberfall hat die Schule durch eine Blitzaktion (mit besonderem Engagement der Fachschaft Kunst in Zusammenarbeit mit der Gemeinde St. Mauritz) Decken und Zelte für die obdachlosen Opfer organisiert. Der Getränkeverkauf bei der regelmäßig stattfindenden Cool Tour ist z.B. traditionell zu Gunsten des Projektes in Uganda.

Bei den regelmäßigen Besuchen Sabinos am AWG findet meist ein Gottesdienst mit Sabino statt, in dem es um die Themen Weltkirche, Solidarität und Frieden geht.

Auch mit dem neuen Direktor Herrn Hubert Post, der Sabino bereits bei dessen Besuch in Warendorf im Juni 2005 persönlich näher kennen lernen konnte, geht die Unterstützung des Projektes weiter: Anfang 2006 hat am AWG z.B. der Red-Hand-Day stattgefunden, eine Protestaktion gegen Kindersoldaten, die sogar Kontakte zur Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Berlin zur Folge hatte.

Beim Sponsorenlauf zur Verabschiedung von Herrn Ellger und  zur Begrüßung von Herrn Post kam das Geld für einen Krankenwagen für die im Busch gelegene Siedlung zusammen; der Wagen ist mittlerweile bereits im Einsatz und unverzichtbar.

Darüber hinaus haben bereits mehrer SchülerInnen des AWG nach dem Abitur eine Zeit, manchmal nur ein paar Wochen, manchmal aber auch ein halbes Jahr oder sogar länger in Uganda verbracht. Immer standen sie unter der besonderen Obhut Sabinos, der sich für sie verantwortlich fühlt. Und der Kontakt hält: so hat Sabino noch im Sommer 2006 eine ehemalige Schülerin des AWG auf ihren Wunsch hin in der Kapelle von Schloss Harkotten getraut.

Am 21.10.06 wurde Father Dr. Sabino Odoki in Gulu zum Weihbischof geweiht, nachdem Papst Benedikt XVI. ihn im Juli berufen hat. Gemäß afrikanischer Mentalität lud Sabino alle seine deutschen Freunde ein. Da die Schule mit dem Uganda-Projekt eng verzahnt  und der persönliche Kontakt ungemein wichtig ist, war eine Präsenz der Schule bei der Bischofsweihe von großer Bedeutung. Da die allgemeine Sicherheitslage vor dem Hintergrund des soeben abgeschlossenen Friedensabkommens zwischen den Rebellen und der Regierung Ugandas mehr als günstig ist, nahm Frau Schmitz-Hövener, die Initiatorin des Projektes, an dem Fest in Gulu teil und überbrachte die persönlich gestaltetet Glückwünsche der Schüler und des Kollegiums.

Seit Dezember 2006 lebt und arbeitet Julia Schmitz-Hövener in Obiya Palaro. Über ihre Eindrücke und Erlebnisse wird im Elternbrief vom Sommer 2007 berichtet.

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