Alle Menschen haben einen Zugang zu Gott, aber jeder einen anderen

(Bericht von Frau Schmitz-Hövener)

Als Ljubica Kroos ihren Bilderzyklus „In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst“ in der Erpho-Kirche in Münster ausstellte, wurde ich auf sie aufmerksam. Das ist doch das täglich Brot einer Religionslehrerin, in den Schülerinnen und Schülern ein Interesse an religiösen Themen zu wecken. Ich unterhielt mich mit der Künstlerin und wir fassten den Plan, ein kleines Experiment zu starten: Sie würde ihre Bilder in meinem Religionsunterricht im AWG zeigen und die Schülerinnen und Schüler sollten sich damit auseinandersetzen. In Klasse 10 war der inhaltliche Rahmen die Frage nach Anfang und Ende, in der EF ging es um die Begriffsklärung von Religion.

Sowohl in meiner 10. Klasse als auch in meinem EF GK waren die Stunden mit Ljubica Kroos ein Highlight: Nachdem sie sich kurz vorgestellt hatte, von ihrer Flucht aus Bosnien-Herzegowina und von ihrer Kindheit in einer sehr christlich geprägten Familie erzählt hatte, zeigte sie nach und nach ein paar ihrer Bilder, die sie vorher mit mir für die Stunden ausgesucht hatte: z.B.: Der Eckstein (Mt 21,33-44), Die Quelle in der Wüste meines Lebens (Jes 44,3) oder das Aschekreuz.

Die Schülerinnen und Schüler haben in einem ersten Schritt genauestens beschrieben, was sie sahen. Anschließend äußerten sie sich dazu, ob sie mit dem Bild überhaupt etwas anfangen konnten und wenn ja, was sie ganz persönlich in diesem Bild sahen. Ihre Vermutungen über die Absicht oder die Gefühle der Künstlerin waren der letzte Schritt.

Über die Bilder kamen sie wie von selbst und äußerst lebhaft über zutiefst religiöse Themen ins Gespräch, wie es im „normalen“ Religionsunterricht sonst nur schwer gelingt.

Letztendlich hat dann die Künstlerin über ihre Gefühle, Gedanken und Motive bzgl. der Bilder gesprochen und betont, dass alle ihre Bilder irgendwie davon erzählen, dass Gott immer da ist.

Beide Gruppen, sowohl meine 10 als auch der GK KR in der EF haben mich gefragt, ob wir Ljubica Kroos nicht noch einmal einladen könnten und Ljubica betont, dass sie durch den Austausch mit den Jugendlichen neue Erkenntnisse über ihre eigenen Bilder erhalten habe.